Castello del Buonconsiglio monumenti e collezioni provinciali

CASTEL THUN: ERÖFFNUNG AM 17. APRIL 2010

23/02/2010

Am 17. April 2010 öffnet das Castel Thun nach lang andauernden Restaurierungsarbeiten wieder seine Pforten für das Publikum. Für die Autonome Provinz Trient und vor allem für das Nonstal, die schon lange auf die Wiedereröffnung dieses wunderbaren Herrensitzes warten, gewiss das bedeutendste Kulturereignis des Jahres.

Castel Thun ist ein ebenso großartiges wie seltenes Beispiel einer fürstlichen Residenz, in der noch die Originaleinrichtungen sowie eine reich ausgestattete Gemäldegalerie und wertvolle Kunstsammlungen erhalten sind. Als harmonisches Ergebnis diverser im Laufe der Jahre aufeinanderfolgender Entwicklungsphasen, gehört Castel Thun zu den interessantesten Beispielen der Schlösserarchitektur und stellt darüber hinaus ein sehr bedeutendes Zeugnis für die Geschichte des Fürstbistums dar: hier starb im prächtigen Bischofszimmer im Jahre 1800 Pietro Vigilio Thun, der letzte Fürstbischof der Jahrhunderte währenden Geschichte des Fürstbistums von Trient. Die Burganlage verbindet den schönen und von weitläufigen Gärten umgebenen herrschaftlichen Palast mit einem komplexen Befestigungssystem, das aus Türmen, Basteien, Gräben und Mauern besteht.

Zu den faszinierendsten Aspekten von Castel Thun gehört, dass es niemals unbewohnt war, sonder über die Zeiten hinweg als eingerichteter Wohnsitz erhalten geblieben ist, ein Spiegel des Geschmacks der Familie, aber auch des Komforts und der Ansprüche der Vertreter einer wohlhabenden Dynastie. Renaissance, 18. Jahrhundert, Empire und Biedermaier gesellen sich in den Sälen zueinander: Sekretäre, Klapp-Truhen, Schränkchen, Diwane, kleine Kommoden im Empire-Stil, Kachelöfen (stufe ad olle), Silbergerät, Porzellan, Tafelgläser, Stichwaffen, Tresore, Kutschen, Schlitten, sowie Gemälde aus der Schule der Bassano, Porträts von Giambattista Lampi, Crespi, Molteni, Garavaglia, Procaccini, Bergler, Skuplturen von Insom lassen diesen Herrensitz zu einem Schatz werden, den es zu entdecken gilt. Im Gang der Ausstellung, die vom Mitarbeiterstab des Castello del Buonconsiglio kuratiert wurde, sind einige Filme und dreidimensionale Multimediainstallationen zu sehen, in denen die Geschichte des Schlosses und der Familie von Thun rekonstruiert wird. Am Ende des Mittelalters war die Familie Thun bereits sehr zahlreich und weit verzweigt sowie reich und mächtig. Sie besaß im Trentino und insbesondere im Nonsberg ein strategisches Netzwerk aus Schlössern und Festungsanlagen, unter denen das Schloß Thun den ersten Platz einnimmt und das umliegende Tal von einem privilegierten Beobachtungsstandort aus beherrscht. Nach dem Zusammenbruch des Wohlstands der Trentiner Dynastie, der dazu führte, dass 1871 der Stadtpalast an die Gemeinde Trient verkauft wurde, ging das Schloss 1926 an den böhmischen Zweig der Familie über, der nicht nur seine Nutzung als Wohnsitz beibehielt, sondern auch zur Erhaltung des Gebäudes und zur Bereicherung der Innenausstattung beitrug. So dass 1992, als die Provinzverwaltung Trient nach dem Tod des letzten Bewohners der Thun, Zdenko Franz Thun Hohenstein, beschloss, die Burg zu erwerben, sie nicht nur in den Besitz eines Baudenkmals oder einer Schatztruhe von Erinnerungsobjekten, reichen Kunstsammlungen und einer wertvollen Bibliothek sowie eines außerorentlichen Archivs gelangte, sondern zugleich auch die Aura eines über Jahrhunderte gelebten Lebens eines berühmten Adelsgeschlechts von internationaler Bedeutung erbte, das mit seinen Wechselfällen die Geschichte des Trentino und Mitteleuropas beeinflusste. Darüber hinaus gehört das Familienarchiv zu einer der bedeutendsten und aussagekräftigsten Urkundensammlungen der gesamten Region. Bis 1992 im Schloss gehütet, war es dank der Intelligenz und Großzügigkeit der Eigentümer schon seit dem 19. Jahrhundert zugänglich.