Das zentrale Feld des Gewölbes der Loggia ist dem Phaeton-Mythos gewidmet, jenem Sohn der Sonne, der – nachdem er Besitz vom Sonnenwagen des Vaters ergriffen hatte, ohne ihn lenken zu können – in einer rasenden und gefährlichen Fahrt zum Himmelsgewölbe aufbricht. Er zwingt dadurch Zeus zum Eingreifen, und dieser bestraft die Verwegenheit des jungen Mannes.
Die von Ovid in den Metamorphosen (Buch II, Vv. 19-102) erzählte Episode, wird in sehr spektakulärer Weise auf einem weiten blauen Himmel dargestellt. Sie scheint die reale architektonische Statik des Gewölbes zu durchbrechen und warnt davor, bei der Inangriffnahme anspruchsvoller Aufgaben in übertriebener Weise auf die eigenen Kräfte zu setzen: im Fall des Fürstbischofs und generell der Herrschenden ist dies ein Hinweis auf die politische Verantwortung, für die sich Klugheit und Umsicht als unabdingbare Tugenden erweisen. Die Fahrt des Phaeton, die auch eine Anspielung auf den Ablauf der Zeit darstellt, der durch die Aufeinanderfolge der Jahreszeiten signalisiert wird, führt von Ost nach West durch das Gewölbe und folgt damit dem realen Lauf der Sonne in Bezug auf die Himmelsrichtungen, die durch die allegorischen Gestalten der Sonne (Apoll – Tag) und des Mondes (Diana – Nacht) evoziert werden und sich am jeweiligen Ende des Gewölbes befinden. Neben ihnen sind in kleineren Kassetten die Personifizierungen der Jahreszeiten dargestellt: im Osten, der Frühling und der Sommer, die Blüten und Früchte mitbringen und im Westen, der Herbst und der Winter, mit Weintrauben und verwelkten Blättern.