Castello del Buonconsiglio monumenti e collezioni provinciali

Personaggi

Dosso Dossi (1490 ca.-1542)

Von Giovanni Luteri, genannt Dosso Dossi, sind weder der Ort noch das Datum der Geburt bekannt, das vermutlich um 1486-87 lag. Die Familie stammt aus Trient: der Vater, Nicolò da Trento, ist als Einwohner von Villa di Dosso in der Gegend Mantuas registriert und dient am Hof des Herzogs Ercole I. von Ferrara. Die Historiker sind sich darin einig, dass Dosso in den ersten Jahren des 16. Jahrhunderts in Venedig gelernt hat, da seine ersten Jugendarbeiten zeigen, dass er sich von der Farbgebung Giorgiones und des jungen Tizian inspirieren ließ Der Aufenthalt des Malers in der Lagunenstadt ist ab 1516 durch zahlreiche Dokumente belegt. Zu diesem Zeitpunkt ist er bereits seit ein paar Jahren Maler am Hof von Ferrara, wo er im Schloss der Este wohnt. In der raffinierten kulturellen Umgebung der Herzöge von Este, die zu dieser Zeit von berühmten Persönlichkeiten wie Ariosto frequentiert wird, entwickelt Dosso seine Malsprache, indem er seine anfängliche Malweise mit Anklängen an die venezianische Malerei jetzt durch die aktuellsten Einflüsse der mittelitalienischen Kultur anreichert (Raffael, Michelangelo), findet er zu Lösungen von größter Originalität und farblicher Lebendigkeit. Während die Reisen nach Venedig bis 1519 in regelmäßigen jährlichen Abständen stattfinden, begibt sich der Künstler 1517 auch nach Florenz, und 1519 begleitet er Tizian nach Mantua, um die Kunstsammlung der Isabella d’Este zu besichtigen. Für das Jahr danach ist die Anwesenheit des Bruders Battista in Rom belegt, doch nach diesem Datum weisen auch die Werke von Dosso Kompositionsmuster Raffaels und Michelangelos auf, sowohl bei den Altarbildern (Madonna mit dem Hl. Georg und dem Hl. Michael in Modena), als auch bei den märchenhaften-mythologischen Themen (die Zauberin der Galleria Borghese in Rom). Im Laufe des darauf folgenden Jahrzehnts arbeitet Dosso weiter für die Estes, sowohl im Schloss als auch in den anderen herzöglichen Besitztümern. Leider ist der größte Teil dieser Freskenzyklen verloren gegangen. Es bleiben die Fresken in den Sälen der Villa Imperiale in Pesaro, wo die beiden Dossi Brüder zwischen 1529 und 1530 arbeiten.

1531 wird der Künstler von Bernardo Cles nach Trient gerufen, in dessen Dienst er für zirka ein Jahr bleibt und gemeinsam mit seinem Bruder Battista etwa 19 Räume im Magno Palazzo mit Fresken ausmalt. Trotz der Mitarbeit von Battista, scheint die gesamte schöpferische Verantwortung und Ausführung der Ausschmückung bei Dosso zu liegen, geschätzt von seinem Auftraggeber Bernardo Cles, der für den Maler Worte des Lobs und der Bewunderung findet. Möglicherweise liegt es nicht nur an der persönlichen Wertschätzung des Fürstbischofs, sondern auch an dem Ruf, den Dosso bereits vor seiner Ankunft nach Trient genoss, dass ihm der größte Teil der Arbeiten im Castello del Buonconsiglio anvertraut wird, Arbeiten, für die er 1290 Florint erhält. Dagegen bekommt Fogolino nur 620 und Romanino 606 Florint.

Wir wissen allerdings von Mattioli (1539), dass die Wahl der dargestellten Sujets, beispielsweise die heidnischen Gottheiten in den Lünetten nahe der Kapelle, nicht nur Lob ernteten. Der Auftrag, die Loggia mit Fresken zu schmücken, wurde zunächst Dosso anvertraut, später aber Romanino übertragen: der Maler aus Brescia, der vielleicht freier und schneller in der Ausführung war, folgte ihm nach, um ihn von der schweren Arbeit zu entlasten, die auch aufgrund des Umfangs der zu schmückenden Flächen enorm anspruchsvoll war.