Castello del Buonconsiglio monumenti e collezioni provinciali

Personaggi

Bernardo Cles (1485-1539; P.V. 1514-1539)

Er wird am 11. März 1485 in Cles, im Valle di Non, in eine Trentiner Adelsfamilie hineingeboren, als Sohn Alibrands, Hofrat am Hause Österreich. Er studiert Rhetorik in Verona, zieht dann nach Bologna, wo er den Hochschulabschluss in Kanonischem Recht und Zivilrecht erwirbt. 1512 wird er Kanonikus am Dom von Trient und arbeitet mit Bischof Georg Neideck zusammen, der ihn zu seinem Berater ernennt und zusammen mit weiteren Mitarbeitern nach Trient schickt, um das Fürstentum während seiner Abwesenheit zu regieren. 1513 beruft ihn Kaiser Maximilian nach Innsbruck und nimmt ihn in die Reihen seiner Berater auf, aber im Juni des darauf folgenden Jahres, nach dem Tod von Georg Neideck, wählt das Kapitel von Trient einstimmig Bernardo Cles zum neuen Bischof. Die zahlreichen mit seiner internationalen politischen Rolle verbundenen Aufgaben, zwingen den neu gewählten Fürstbischof seinen feierlichen Einzug in Trient zu verschieben, wo er faktisch am 8. September 1515 die Macht übernimmt. Während seiner Regierungszeit vergisst Bernardo Cles nie, obwohl er enge Beziehungen mit Päpsten, Herrschern und Intellektuellen von internationalem Niveau unterhält (darunter, unter anderen, Erasmus von Rotterdam) die Interessen des von ihm regierten Territoriums, das zwar eine kleine Fläche aufweist, doch von entscheidender strategischer Bedeutung ist. Indem er sich vor allem auf die geografische Lage des Fürstbistums Trient stützt, erreicht er, dass das neue Konzil der katholischen Kirche in dieser Stadt abgehalten wird und er setzt sich konkret dafür ein, den Weg für das große politische und religiöse Ereignis zu bereiten.

Es fehlt nicht an inneren Problemen, begonnen mit dem “Bauernkrieg”, der im Mai 1525 durch die bäuerliche Bevölkerung ausgelöst wurde, und den Bernardo Cles nicht ohne Blutvergießen niederschlägt..
1528 verkündet er das Statut von Trient in einem neu überarbeiteten Text, der bis 1807 gültig bleibt; in 11 Bänden sammelt er die dokumentarischen Quellen über die Rechte und das Grundeigentums des Fürstentums, und schafft so einen Kodex, der seinen Namen trägt.

Um Trient auf das kulturelle und ästhetische Niveau zu heben, das andere italienische Städte bereits erreicht haben, fördert er eine umfassende urbanistische Erneuerung. Zu den bedeutendsten Arbeiten gehört dabei die Rekonstruktion der Kirche von Santa Maria Maggiore im Renaissancestil (1520) sowie die Herrichtung und Verschönerung des Stadtzentrums durch eine Verbreiterung der Hauptstraßen und durch Förderung einer Verzierung der Häuserfassaden, die diese Straßen säumen. Auf Wunsch von Cles wird 1533 die Wallfahrtskirche der Heiligen Jungfrau in Divezzano errichtet, einem Ort in der Nähe Trients, während die Erweiterungsarbeiten an seinen eigenen Trentiner Schlössern, wie zum Beispiel Stenico und Toblino, durchgeführt werden. In Cles im Valle di Non, engagiert sich der Fürstbischof, indem er den Wiederaufbau der Pfarrkirche finanziert und Verbesserungsarbeiten am Familienschloss durchführen lässt.

Der Name Bernardo Cles bleibt jedoch vor allem mit den Ausbauarbeiten und der Ausschmückung des Magno Palazzo im Castello del Buonconsiglio verbunden, die 1528 begonnen und 1536 abgeschlossen werden, und an denen unter der sorgfältigen Aufsicht des Fürstbischofs einige der besten zeitgenössischen Künstler beteiligt waren: Dosso und Battista Dossi, Girolamo Romanino, Marcello Fogolino, Vincenzo Grandi, Alessio Longhi und Zaccaria Zacchi.

Abgesehen davon, dass Bernardo Cles ein fähiger Politiker und gebildeter Humanist war, der auf Vorschlag von Karl V. 1530 zum Kardinal ernannt wurde, verletzt er auch seine pastoralen Pflichten nicht. 1537-1538 führt er die erste pastorale Visitation in der Geschichte der Diözese zu Ende, die schriftlich belegt ist.

1538 wird er zum Apostolischen Verwalter des Bistums Brixen bestellt, wo er am 13. Juli sein Amt in der Absicht aufnimmt, dort eine intensive seelsorgerische Tätigkeit auszuüben. Nur zwei Wochen später, am 30. desselben Monats, stirbt er: sein Leichnam wird nach Trient gebracht und dort im Dom bestattet.