Location: Trento, Castello del Buonconsiglio
26 Juni - 07 November 2010
Opening hours: 10.00 - 18.00
Trient, Castello del Buonconsiglio
Vigo di Ton, Castel Thun
Meisterwerke der Renaissance aus den venezianischen Museen, eine Schiffsadung Perlen und Glasgegenstände aus dem 16. Jahrhundert, die vom kroatischen Meeresgrund geborgen wurden, faszinierende Glasperlenketten, die für den afrikanischen Markt bestimmt waren, darüber hinaus die gläserne Flöte Napoleons, die nach der Schlacht von Waterloo von den Engländern gerettet wurde, dies sind nur einige der zauberhaften Gegenstände, die in der Ausstellung zu bewundern sein werden.
Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Museum für Altägyptische Kunst in Turin, firmiert das Castello del Buonconsiglio eine weitere bedeutende “Städte-Partnerschaft” mit Venedig und dem Glasmuseum von Murano, das uns zirka 200 Glasobjekte ausleihen wird, die größtenteils noch unveröffentlicht sind. Wie bereits anläßlich der herrlichen Ausstellung Nie geschautes Ägypten, liefert auch jetzt wieder die kostbare, größtenteils noch unbekannte Sammlung des geheimnisvollen Habsburger Offiziers Taddeo de Tonelli, die dem Museum Mitte des Neunzehnten Jahrhunderts gestiftet wurde, den Impuls für die großartige, der Glaskunst gewidmete Ausstellung, die im Sommer 2010 auf dem Programm des Castello del Buonconsiglio steht. Der Sammelleidenschaft Tonellis verdanken wir zwei wundervolle Werke aus der Renaissance, die weltweit dank ihrer Schönheit, Seltenheit und Kostbarkeit einzigartig sind. Es handelt sich dabei um einen Teller und einen Kelch mit Emailledekor, die gemeinsam mit zahlreichen kostbaren Zeugnissen, die von der Stiftung der Städtischen Museen von Venedig zur Verfügung gestellt werden, gestatten, das Thema der Geschichte der venezianischen Glasherstellung und seiner Auswirkungen in fernen Ländern zu vertiefen. Erlesene öffentliche und private Sammlungen vermitteln ein Bild der zahlreichen Anwendungsmöglichkeiten von Glas, einem äußerst flexiblem und vielfältigen Material. Dieses faszinierende Thema ermöglicht auch die herausragenden Aspekte der Techniken und Stile zu illustrieren, als im Zeitalter der Renaissance die Werkstätten der Glasbläser aus Murano auch dank der Erfindung von Kristallglas, Milchglas und Kalzedon, sowie innovativer Techniken wie dem netzförmigen und geflochtenen Filigran-Glas die Geschichte des europäischen Glases bestimmten. Im Rahmen der überraschenden Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten von Glas, wird die Ausstellung ihr Augenmerk insbesondere auf seine Einsatzmöglichkeiten zur Herstellung von Schmuck, Trinkgläsern, Kelchen, Gefäßen und Tellern für prachtvolle Tafeln und dekorative Ausstattungen richten. Der Ausstellungsrundgang, der sich durch die erlesenen Räumlichkeiten des Castello del Buonconsiglio von Trient und die wundervollen Säle des Castel Thun im Nonsberg bewegt, gliedert sich in verschiedene Sektionen mit eindrucksvollen szenografischen Nachbauten: von der Bearbeitung des Glases in einem Brennofen, über die Auswahl und Vorbereitung des Rohmaterials, bis zu den Trinkgläsern, Leuchtern und Apothekergefäßen. Aufregend werden wie immer die szenografischen Rekonstruktionen sein, abgesehen von der Gelegenheit, einen antiken venezianischen Renaissance-Brennofen zu sehen, kann der Besucher den Bauch eines Schiffes aus dem 16. Jahrhundert betreten, das bei Gnalic gesunken ist und die Fundstücke aus dem Wasser auftauchen sehen. Es fehlt auch nicht an Filmen, die sich mit der Glasherstellung sowie den Meisterwerken beschäftigen, die Tag für Tag in Murano entstehen. Eine reichhaltige und umfangreiche Sektion widmet sich den bunten Glasperlenketten aus öffentlichen und privaten Sammlungen.
Zu bewundern sind Chevron-Perlen (Rosetta) aus dem 15. Jahrhundert, die sogenannten “Königinnen der Perlen”, Tauschgeld für den Ankauf von Sklaven. Man behauptet, dass im Jahre 1626 der Holländer Peter Minnit die Insel Manhattan von den Indianern für einen Gesamtbetrag von vierundzwanzig Dollar in Glasperlen gekauft habe. Die zirka 100 Stücke aus Privatsammlungen repräsentieren das Beste aus der muranesischen Glaskunst des 19. und 20. Jahrhunderts mit Meisterwerken der renommiertesten Meister und Designer wie Pietro Bigaglia, Jacopo Franchini, Giuseppe und Ercole Barovier,Vittorio Zecchin, Napoleone Martinuzzi, Carlo Scarpa und Fulvio Bianconi.
Im Monat August wird außerdem täglich das Theaterstück “Glass” aufgeführt, das von der Gruppe L’uovo Teatro Stabile di Innovazione aus Aquila inszeniert wird. Kurator der Ausstellung ist Aldo Bova.