Castello del Buonconsiglio monumenti e collezioni provinciali

Personaggi

Giovanni Hinderbach (1418-1486; P.V. 1465-86)

Der aus Hessen (Region im Norden des Deutschen Reichs) stammende Johann Hinderbach, war Sohn des Hofrats von Sigmund, Erzherzog von Österreich und Graf von Tirol. Nachdem er an der Universität von Padua studiert hatte, freundete er sich mit dem Kanonikus von Trient, Enea Silvio Piccolomini, an, der ihn ermutigte, sich der Verbreitung des Humanismus in Deutschland zu widmen.

Liebhaber der Historie und Sammler antiker Kodizes, widmete er sich den wichtigsten Dokumenten, die das Fürstentum Trient betrafen und bereicherte die bischöfliche Bibliothek durch bedeutende Anschaffungen. Außerdem pflegte er ständigen Kontakt mit den größten Humanisten seiner Zeit, sowohl in Norditalien als auch in Deutschland. Die Wahl Hinderbachs durch das Domkapitel von Trient stieß auf erhebliche Schwierigkeiten, was die Bestätigung durch den Papst anging, der befand, um in Zukunft ähnliche Probleme zu vermeiden, dass er Kaiser Friedrich III., dessen Sekretär Hinderbach war, das Recht einräumen könne, den Bischof von Trient zu ernennen.

Im politischen Rahmen erneuerte Johann Hinderbach, zusammen mit Herzog Sigmund von Österreich, 1468 die „Compattate“ (Abkommen, die die Beziehungen zwischen dem Fürstbischof und den Grafen von Tirol betrafen) unter Hinzufügung einiger Klauseln, auf deren Grundlage er sich verpflichtete, für den Herzog immer das Castello del Buonconsiglio offen zu halten, und erkannte ihm außerdem das Recht zu, einen Stadtvogt zu ernennen, der vom Bischof bezahlt wurde, und der als Vertreter des Herzogs im Fürstbistum wirkte. Ihm waren die Schlüssel des Schlosses anvertraut, sowie die Aufsicht über die Stadttürme.

Während seines Episkopats ereignete sich 1475 die traurige Geschichte des kleinen Simon, der jahrhundertelang als der Hl. Simon von Trient verehrt wurde, und dessen Leichnam im Bach der Stadt gefunden worden war. Die Schuld an seinem Tod gab man den in Trient lebenden Juden, gegen die ein Prozess wegen rituellem Kindsmord geführt wurde, der mit der Verhängung von neun Todesstrafen und der Verbannung der gesamten Gemeinde aus der Stadt endete. Erst in jüngster Zeit (1965) wurde der Prozess gegen die Juden von 1475 offiziell als historischer Fehler anerkannt, der auf dem Aberglauben des Volkes basierte, und folglich wurde der kleine Simon nicht mehr als heilig verehrt.