Der Sohn von Philipp dem Schönen, Großherzog von Österreich, und von Johanna der Wahnsinnigen, war dank der gezielten Heiratspolitik von Maximilian I. und Karl von Habsburg dazu ausersehen, die Freigrafschaft Burgund, Flandern und die habsburgischen Gebiete vom Vater sowie die spanische Krone von der Mutter zu erben.
1519 beim Tod Maximilians I., dessen Alleinerbe er ist, erhält Karl mit Unterstützung durch die großen deutschen Bankiers die Kaiserkrone, und weckt so den Traum, die universelle Monarchie Karls des Großen wieder herzustellen. Das ehrgeizige politische Projekt, das auf dem Ideal einer Wiederherstellung der politischen und religiösen Einheit des Reichs basierte, zählt den König von Frankreich, Franz I., zum wichtigsten Gegner, gegen den Karl V. einen langjährigen Krieg führt. Wichtigster Schauplatz der Auseinandersetzungen ist Italien, wo es für die eine oder andere Seite leicht war, angesichts der komplizierten und zerrissenen politischen und territorialen Situation, Bündnisse zu schließen. Karl V. sichert sich, nachdem er Franz I. in Pavia 1525 besiegt hat, die Vorherrschaft in Italien und infolgedessen auch in Europa. 1530 wird er von Papst Clemens VII. zum Kaiser gekrönt, gegen den er 1527 die “Plünderung Roms” angeordnet hatte.
Durch die Ausbreitung des Luthertums, verbunden mit Aufständen der Fürsten und Bauernkriegen (1525), ist mittlerweile die Situation in den deutschen Gebieten, die der Herrschaft des Bruders Ferdinand I. von Österreich anvertraut war, schwierig geworden.. Die Haltung Karls V. gegenüber den Protestanten, den Anhängern Luthers, wechselt zwischen Toleranz und Härte, indem er die betreffenden Parteien zwingt, Abkommen abzuschließen und die Angelegenheit bis zum allgemeinen Konzil zu verschieben, das über Glaubensfragen und die Reformation der Kirche entscheiden sollte (Konzil von Trient 1545-1563).
Eine weitere ernste Gefahr stellt für Karl V. während seiner Regentschaft das türkische Heer dar, das über Ungarn vordringt und schon bald Wien bedroht.
Nachdem er das Scheitern des politischen Programms einer Zentralisierung und des monarchistischen Absolutismus in Deutschland und in Europa akzeptiert hatte, dankt Karl V. im Jahre 1556 ab und zieht sich von der politischen Bühne zurück. Seine Herrschaftsbereiche werden aufgeteilt zwischen seinem Sohn Philipp II., der Spanien, Italien und Flandern sowie die überseeischen Gebiete erhält, und seinem Bruder Ferdinand I., der über die habsburgischen Gebiete herrscht.